02.02.2014 artclub unterwegs...zum HBK-Rundgang

Rundgang durch die Jahresausstellung der HBK Saar mit Dr. Andreas Bayer

 

Ausgelassene Stimmung herrscht am Sonntag in der HBK als Dr. Andreas Bayer uns zum Rundgang im Foyer empfängt. In seiner Begrüßung erzählt er, dass sich die Schule seit ihrem 25-jährigen Bestehen zu einem Schmelztiegel der Kreativität entwickelt hat. Nicht nur freie Kunst kann hier studiert werden, sondern auch Kommunikations- und Produktdesign, Kunsterziehung sowie Media Art & Design. Kein Wunder, dass sich die Schule mittlerweile kaum noch vor Studierenden retten kann — mit 400 eingeschriebenen jungen Leuten ist das absolute Maximum erreicht, wie uns berichtet wird. 

Wir starten direkt im Foyer, wo Prof. Andreas Brandolini mit seinen Studierenden das Experimental Media Lab aufgebaut hat: Hier wird zu den Möglichkeiten von 3D-Druckern und der individualisierten Produktion geforscht, ein hochaktuelles Thema. Schritt für Schritt bewegen wir uns weiter durch sämtliche Abteilungen, kommen an Modellen zur geplanten Lichtinstallation an der Berliner Promenade von Prof. Daniel Hausig vorbei, wandern durch das Atelier für Kommunikationsdesign bis in die heiligen Hallen von Prof. Indra Kupferschmid, der Typografie-Spezialistin der HBK. Sie berichtet unserer mittlerweile 30 Personen starken Truppe von der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachbereichen: Neben freien Projekten entwickeln sie und ihre Studierenden auch Typografien für die Kommunikationsdesigner oder für Ausstellungsplakate. Danach wird's bunt und laut: Wir stehen im Medientheater der Fakultät Media Art & Design, wo zwei Studenten über eine Tanzfläche mit animierter Lichtprojektion hüpfen. Ringsherum befinden sich große Leinwände, und auch auf diesen laufen bunte Videos. Dieser Farb- und Klangkosmos ist eine Art Spiel, das die Studenten entwickelt haben. Einer der tanzenden Studenten erzählt uns von der interaktiven Tanzfläche aus Lichtfeldern, denen man tanzend folgen und so die Projektion verändern kann. Musik und Bild werden hier auf eine sinnlich-spielerische Art miteinander verbunden. Doch das war noch längst nicht alles: Im Atelier von Daniel Hausig zertrümmert eine Studentin vor unseren Augen Ziegelsteine, während auf dem Dach des Nachbargebäudes ein anderer Student in ein selbstgebasteltes Blasinstrument pustet. Von Andreas Bayer erfahren wir, dass es sich um die Soundperformance "Roof Tata" handelt. Unsere weiteren Stationen sind die Ateliers der Produkt- und der Industriedesigner, danach geht es zur Klang- und Videokunst sowie zur Fotografie, schließlich kommen wir zu den Malerei-Ateliers von Prof. Gabriele Langendorf und Prof. Katharina Hinsberg. Die Klasse von Langendorf hat sich in einer eindrucksvollen Petersburger Hängung mit dem Gedanken der Kopie auseinandergesetzt, während die Studierenden von Hinsberg sich in ihrer konzeptuellen Malerei mit abstrakten Themen beschäftigen. Wir beenden unseren Rundgang in der Galerie der HBK, in der momentan die Ausstellung "Strom fließt" des Peter-und-Luise-Hager-Preis' für interdisziplinäre Ästhetik zu sehen ist. Besonders fällt die Arbeit "life is not dangerous" des ersten Preisträgers Alexander Minor auf: eine Parkbank mit gusseisernen Stützen, deren Sitzfläche und Lehne aus leuchtenden Neonröhren besteht. Ein gelungenes Spiel mit dem Paradoxen, meint die Jury zur Gewinnerarbeit.

Am Ende des zweieinhalbstündigen Rundgangs waren immer noch alle dabei und klebten an Andreas Bayers Mund, so informativ und spannend brachte er uns viele Arbeiten nahe. Immer wieder ließ er in den verschiedenen Ateliers die Studierenden selbst zu Wort kommen, was für abwechslungsreiche Dialoge und kurzweilige Stimmung sorgte. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken und freuen uns schon auf den nächsten Rundgang mit ihm!