03.06.2009 "Hubert Kiecol"

Am Mittwoch, dem 3. Juni, traf sich eine Gruppe von 20 Jungen Freunden in der Modernen Galerie des Saarlandmuseums um gemeinsam mit Ines Heisig die Ausstellung „Hubert Kiecol – Separee public“ anzusehen.

Kiecols Elemente und das von ihm bevorzugt verwendete Material entstammen dem Bereich der Architektur. Die Skulpturen muten teilweise wie readymades an, da sie an reale Versatzstücke erinnern, die ihrem funktionalen Kontext enthoben sind. Zwei Gruppierungen ließen sich an den rund zwei Dutzend Arbeiten erkennen: zum einen Beton-Skulpturen (Häuser, Treppen, Quader) im kleineren Format und zum anderen großformatige, raumgreifende Arbeiten aus Glas und Stahl. In ihrer Reduziertheit wirken die Formen allesamt zeitlos, in ihrer Vereinfachung und Abstrahierung bleiben die ursprünglichen Motive zwar erkennbar, eine eindeutige Auslegung bleibt jedoch offen: ein mit aufgeklappten Türen anmutender Schrank, eine (Himmels-)Leiter, ein Regal mit kleinen Treppen. Die Assoziationen, die sich daraus ergeben, sind vielfältig. Zuweilen weisen auch Titel wie „Paradies“ oder „Morgen oder Übermorgen“ die Sehrichtung. Wiedererkennendes und sehendes Sehen traten in einen spannenden Dialog. Sind die Raumskulpturen gar allesamt einem religiösen Kontext verpflichtet, der aus mittelalterlichen Tafelbildern entlehnt in einer neuzeitlichen Formensprache seinen Ausdruck findet, Flügelaltar, mittelalterliche Rasenbank oder hortus conclusus als Inspiration.

Hubert Kiecols Arbeiten, die sich einer eindeutigen Lesart verwehren, boten beim sich anschließenden Umtrunk noch lange Gesprächsstoff.

Unser herzlicher Dank gilt Ines Heisig, die durch ihre sensiblen Beschreibungen, verschiedene Interpretationsmöglichkeiten aufzeigte

Gruppenbild