06.05.2012 artus unterwegs...Entdecke Deine Stadt

Bei unserem Stadtrundgang mit Denkmalpfleger Axel Boecker erkundeten wir die Bürgerhäuser in St. Johann. Am St. Johanner Markt, der sich heute vornehmlich barock zeigt, sind darüber hinaus einige Bürgerhäuser aus dem 16. Jahrhundert erhalten. Wir starteten am St. Johanner Markt 8 mit einem der ältesten erhaltenen Häuser, heute befindet sich darin das Restaurant "Tante Maja". Ursprünglich handelte es sich um eine schmale Parzelle, die bis in die Kappengasse bis hin zum heutigen "Gemmel" reichte.

 

Neben dem Einblick in denkmalpflegerische Maßnahmen informierte uns Axel Boecker auch über die Stadtgeschichte, so z.B. dass ein Brand im Jahr 1503 fast alle Bürgerhäuser in St. Johann zerstörte. Einige wenige Reste, so auch die Stadtmauer, ist in Teilen noch in der Evangelisch-Kirch-Straße erhalten.

 

Auch der dreißigjährige Krieg hatte verheerende Zerstörungen in St. Johann zur Folge, im Jahr 1637 lebten nur noch 70 Bewohner in der Stadt. Und wiederum 1677 ließ Ludwig XIV im Französisch-Niederländischen Krieg die Innenstadt bis auf acht Häuser niederbrennen.

 

Mit Stationen an der Evangelischen Kirche und im Hinterhof der Ballettschule gelangten wir zu einer aktuellen Baustelle am St. Johanner Markt: Das Haus St. Johanner Markt 43 (früher "Weinhaus") zeigt derzeit nur noch die Fassade. Dentrochronologische Untersuchungen, die Axel Boecker selbst durchgeführt hat, ergaben, dass früheste Gebäudeteile bereits 1504 errichtet wurden. Holzbalken und -nägel wurden gesichert und werden bei der Errichtung wieder Verwendung finden.

 

In der Katholisch-Kirch-Str. 22 (heute Getränke Stein) konnten wir auch den runden Treppenturm auf der Hofseite ("Schnecke" genannt), der zu den einzelnen Wohnungen führt, sowie die Kellerräume erkunden. Die Betrachtung einer Häuserzeile aus dem 17. Jahrhundert in der Türkenstraße (Antiquariat Barbian) bildete den Abschluss unseres Rundgangs. Zwei Stunden waren wie im Flug vergangen... und mittelalterlicher Hausbau in St. Johann hätte spannender nicht sein können. Unser herzlicher Dank gilt Axel Boecker für seine sympathische und spannende Führung!

Mehr Fotos auf unser facebook fanpage!