08.08.2012 artus@home...MONO - Roland Fischer

Bei unserer Führung <artus@home> besuchten wir mit 35 Freundinnen und Freunden am Mittwoch, dem 8. August 2012, die Ausstellung <New Photography> von Roland Fischer im Saarland.Museum. Sie ist Teil des Großprojektes MONO 2012, das an insgesamt 15 Standorten in Metz, Luxemburg und dem Saarland, monografische Ausstellungen zeigt. Begleitet wurden wir in bewährter Weise vom Leiter der fotografischen Sammlung des Saarland.Museums, Dr. Roland Augustin.

 

Die Ausstellung <New Photography> zeigt mit mehr als 100 großformatigen Arbeiten einen Querschnitt aus den Fotoserien der vergangenen Jahrzehnte des 1958 in Saarbrücken geborenen Fotografen Roland Fischer. Der Mensch und die Orte seiner Existenz stehen im Fokus von Fischers Arbeiten. Beginnend mit der Serie „Nuns and Monks“ entwarf Roland Fischer 1984 ein neues Bildkonzept, das ihn weltweit bekannt machte: Die Serie „Nonnen und Mönche“ widmet sich Menschen, die unter Aufgabe ihrer früheren Identität in entschiedener Zurückgezogenheit von aller Öffentlichkeit leben. Roland Fischers Fotografie thematisiert die Befreiung des Menschen von aller Gebundenheit mit der einzelnen Person. Der Künstler stellt das Gesicht frontal ins Zentrum seines Bildes und vermeidet die Darstellung jedes Kontextes. Die Ordenstracht unterstützt dieses <Weglassen>. Das Bild ist Ergebnis einer Abstraktion im ursprünglichen Wortsinn.

 

In den 1990er Jahren folgten dann die <Los Angeles Portraits>, eine Serie, bei der er die Personen bis zu den Schultern in stillstehendem Wasser fotografiert hat. Dank der zahlreichen Außenpools, des blauen Himmels und des Lichts in Kalifornien boten sich in L.A. die Voraussetzungen für das Konzept der Serie. Die Gesichter sind gekennzeichnet von einer in sich ruhenden Konzentration; die Physiognomien zeigen kaum Gefühlsregungen, sie genügen sich in ihrer Präsenz. Entsprechend sind die <Chinese Pool Portraits> aufgebaut, die im Jahr 2007 entstanden; diese wurden – in Ermangelung kaum vorhandener Außenpools in China - in Filmstudios in Schanghai und Peking umgesetzt.

Seinen internationalen Durchbruch erlangte Fischer Ende der 1990er Jahre mit seiner Serie <Kathedralen>. Hierbei überblendet er mittels digitaler Technik die frontalen Außenfassaden spanischer und französischer Kirchenbauten. Üblicherweise nur getrennt wahrnehmbare Strukturen von Innen- und Außenansicht vermischen sich zu einem einheitlichen Ganzen. Eine weitere Werkgruppe mit dem Titel <Facades> zeigt ausschnitthaft die äußere Hülle repräsentativer Architektur internationaler Banken, Konzerne und Museen, die gleichsam einem Mainstream folgen und jegliche Individualität negieren.

 

Unser Dank gilt Dr. Roland Augustin für seine sympathische Führung!

 

Wer noch weitere Arbeiten von Roland Fischer kennenlernen möchte:

Die Schlosskirche in Saarbrücken zeigt ergänzend zur Ausstellung in der Modernen Galerie Fischers Großinstallation mit 1000 Pilgern auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Bis zum 4. November, Di-So 10 bis19 Uhr, Mi 10 bis 20 Uhr.

 

Weitere monografische Ausstellungen des MONO-Großprojektes erleben wir bei einer Tagesfahrt nach Metz am 8. September 2012. Weitere Informationen hierzu: www.gfsk-sb.de (Tagesfahrten).