artclub unterwegs… zur Kunst im öffentlichen Raum

Spaziergang über den Uni-Campus mit Ernest W. Uthemann

Bei überraschenderweise strahlendem Sonnenschein begrüßte Ernest W. Uthemann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Saarlandmuseums, die Teilnehmer des artclubs zu einem Spaziergang über den Uni-Campus unter dem Motto „Kunst im öffentlichen Raum“.

Bereits von weitem sichtbar ist eines der berühmtesten Kunstwerke auf dem Gelände der Universität: "Torque" von Richard Serra, eine 246 Tonnen schwere Plastik aus sechs in- und aneinander gelehnten, in der Dillinger Hütte gefertigten Stahlplatten.

Provozierte die Plastik zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung vor fast 25 Jahren unter anderem aufgrund der Kosten und des Standorts einige Kontroversen, hat sie sich mittlerweile zu einem Wahrzeichen der Universität des Saarlandes entwickelt.

Zweite Station der Führung war der Rundbau der Edith-Stein-Kirche, in welchem Herr Uthemann Armin Rohrs Porträt der Namenspatronin sowie deren bewegende Biographie erläuterte. Auf dem Weg zur Mensa passierten wir „Automedon“ von Oswald Hiery, dessen Gestaltung des Helden aus der griechisch-römischen Sagenwelt verschiedene Assoziationen und Interpretationsansätze auslöste.

Das Mensagebäude und der dazugehörige Rosengarten, ein vom Architekten Walter Schrempf als „begehbare Plastik“ konzipiertes und mit dem Bildhauer Otto Herbert Hajek realisiertes Ensemble aus Beton, wurden von Herrn Uthermann zu Recht als das verkannteste Kunstwerk auf dem Campus bezeichnet. Dass ein Modell des Mensabaus im New Yorker Museum of Modern Arts zu sehen ist, wissen wohl die wenigsten.

Ein Abstecher zu den naturwissenschaftlichen Lehrgebäuden führte die Besucher zu Leo Erbs „Solarplastik“ im Hof des Max-Planck-Instituts und zur Wandgestaltung und Plastik von Werner Constroffer im Außenbereich der Pharmazie. Weitere Stationen waren unter anderem die Wandgestaltungen von Wolfram Huschens aus farbig glasierten Tonziegeln und Glasbausteinen und Otto Zewes „Sitzende“, eine Bronzeskulptur, die sich durch ihre legere Haltung wunderbar in die sie umgebende Teichlandschaft einfügt. Max Mertz‘ Bronzeskulpturen „Justitia und Hermes“ fanden vor allem wegen ihres Aufstellungsortes großen Anklang, wurden sie doch im Innenhof des Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlichen Gebäudes positioniert.

Wir danken Ernest W. Uthemann herzlich für diesen kurzweiligen und sehr aufschlussreichen Abend.