19.08.2012 artus unterwegs...nach St. Arnual

Stadtteilführung mit Dipl.-Ing. Axel Boecker

 

Das Berliner Popduo "2raumwohnung" singt "36 Grad und es wird  noch heißer": Ja! Es waren gefühlte 36 Grad als wir uns am Sonntag, dem 19. August 2012 am Daarler Markt mit Denkmalpfleger Axel Boecker zu einem Rundgang in St. Arnual trafen.

 

Axel gab uns zunächst eine Einführung zu St. Arnual, beginnend beim Merowinger König Teudebert II. „Der Merowingerkönig Teudebert II (595-612) schenkte aus dem weiträumigen Königsgut beiderseits der Saar das Dorf Merkingen dem Metzer Bischof Arnual (Arnuald, Arnualdus). Er setzte damit den Bischof in die Lage an dem strategisch wichtigen Saarübergang ... einen missionarischen und administrativen Stützpunkt seines Bistums einzurichten. Bischof Arnual ließ über den Grundmauern eines größeren römischen Gebäudes ... eine kleine Kirche errichten. Späteren Überlieferungen zufolge soll er sie als seine letzte Ruhestätte ausgewählt haben... Noch in frühmittelalterlicher Zeit wurde der Bau erweitert und im späten 9. und 10. Jahrhundert durch eine dreischiffige Pfeilerbasilika ersetzt. Ihre Größe belegt, dass sie nicht nur Pfarrkirche war, sondern weiterreichende Funktionen mit ihr verbunden waren...“ (zit. n. H.-G. Marschall, Stiftskirche St. Arnual, 2001).

 

Unser erster Besichtigungspunkt war ein Wohnhaus in der Arnulfstraße 21, welches derzeit mit wissenschaftlicher Begleitung der Denkmalpflege restauriert wird. Die Eigentümer, die uns auch bei unserem Rundgang begleiteten, gewährten uns freundlicherweise Eintritt. Das Wohnhaus wurde bereits 1569 erwähnt, die Scheune stammt mind. aus dem Jahr 1776 und die Eingangstür weist auf dem Türsturz die Jahreszahl 1827 (mit den Initialen von Nickel Kempf) auf.

 

Dann ging es weiter zur Stiftskirche, ein ehemaliges Augustiner-Chorherren-Stift aus dem 14. Jahrhundert, die Choranlage mit Rundpfeilern ist wohl noch von einem früheren Bau erhalten, die Seitenschiffe stammen aus den 90er Jahren des 13. Jahrhunderts, lediglich der Turm mit Bauinschrift kann exakt datiert werden auf 1315, das Mittelschiff stammt aus dem Jahr 1395. Die Stiftskirche ist die Grablege des Hauses Nassau-Saarbrücken, u.a. sahen wir die Tumba von Elisabeth von Lothringen (gest. 1456) und von Graf Johann III. (gest. 1472).

 

Unser Rundgang führte uns auch zum Heimatmuseum (von 1730), zur ehemaligen Kettenfabrik und zum Wohnhaus Saargemünder Str. 165 (mit einer Kollektion erhaltener Theaterplakate aus den 40er Jahren) sowie zum Abschluss zum Anwesen neben dem Gasthaus Pulvermüller mit Giebelstand zum Markt (das frühere Wohnhaus des Malers Otto Lackenmacher). Hier ist die Datierung noch unklar, von besonderem Interesse war hier das durchgängig abgezimmerte Eichenholz im ersten Obergeschoss.

 

Unser herzlicher Dank gilt Axel Boecker für seine interessante Führung sowie den Eigentümern der Privathäuser, die uns bereitwillig Einblick in ihre Baumaßnahmen gewährten.