20.02.2013 artclub@home...Katharina Kest

Besuch der Ausstellung "Katharina Kest...Gänsegretel, Mätresse, Herzogin" in der Alten Sammlung mit Dr. Minoti Paul 

 

Bei unserem Besuch der Ausstellung "Katharina Kest" begleitete uns am Mittwochabend die Kunsthistorikerin Dr. Minoti Paul. Die Ausstellung bot neben dem Fokus auf die Persönlichkeit Katharina Kest auch die Möglichkeit, die Geschichte der Stadt und des Fürstentums Nassau-Saarbrücken nachzuvollziehen.

 

Neben Gemälden, Pastellen und Zeichnungen komplettieren Fotografien und das sog. "Grüne Zimmer" die Lebensgeschichte der Katharina Kest (1757-1828), die als Kindermädchen bei der Freifrau Frederike Amalie von Dorsberg nach Saarbrücken kam und schließlich Maîtresse von Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken wurde. Im Jahr 1774 wurde zunächst eine morganatische Ehe mit Fürst Ludwig geschlossen, im gleichen Jahr wurde Katharina durch Herzog Karl II. von Pfalz-Zweibrücken zur "Frau von Ludwigsberg" ernannt. Nach dem Tod von Fürstin Wilhelmine von Nassau-Saarbrücken im Jahr 1780, wurde sie im Jahr 1787 sogar als Fürstin von Nassau-Saarbrücken ausgerufen, was jedoch zahlreiche Einsprüche des Hauses Nassau nach sich zog. Louis XVI erhob sie 1789 zur Herzogin von Dillingen. Mit dem Einmarsch der französischen Revolutionäre 1791 war das höfische Leben in Saarbrücken beendet und die Fürstenfamilie floh 1793 zunächst nach Aschaffenburg, wo Fürst Ludwig auch ein Jahr später starb. Katharina starb 1829 in Mannheim.

 

Der unter Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken bestellte Hofmaler Johann Friedrich Dryander (1756-1812) hat nicht nur Reichsgräfin Katharina von Ottweiler in Pastell festgehalten, sondern darüber hinaus auch die übrigen Mitglieder des Hofes in Pastell oder Öl portraitiert und lässt dadurch auch das höfische Leben in Nassau-Saarbrücken im 18. Jahrhundert noch einmal aufscheinen. Historische Ereignisse wie der "Schlossbrand" (in der Ausstellung eine Variation des Schlossbrandes von Johann Caspar Pitz), Ansichten vom Ludwigsberg und seinen Parkanlagen sowie Aufrisszeichnungen zum Theater und verschiedene Schlossansichten vermitteln einen Eindruck des kulturellen Lebens, das am Hof von Fürst Ludwig gepflegt wurde.

 

Unser Dank gilt Dr. Minoti Paul, die uns auf einfühlsame und sympathische Weise einen Einblick in das höfische Leben des Fürstentums Nassau-Saarbrücken vermittelte.