20.06.12 artus unterwegs...zu "Richard Serra"

Zugegeben: Der amerikanische Bildhauer Richard Serra war selbst nicht anwesend, es hatte aber den Anschein, dass wir dennoch die „eigentlichen“ Künstler der neuen Stahlplastik „Elbow Pipe“ von Serra bei unserem Besuch der Dillinger Hütte am Mittwoch, dem 20. Juni 2012, kennenlernen durften.

 

Das Team der Abteilung „Weiterverarbeitung“, namentlich Patrick Regnery, Burkhard Bödefeld, Markus Koch und Stefan Waller begrüßte die jungen Freunde.

 

Bevor es in die heiligen Hallen und zur Besichtigung der neuen Stahlplastik „Elbow Pipe“ ging, die noch streng geheim ist, da die offizielle Abnahme durch den Künstler erst Mitte Juli erfolgt (und daher auch keine Fotos gemacht werden durften), stellte uns Markus Koch mittels Beamer-Präsentation die unterschiedlichen Schritte und Werkprozesse von der ersten Zeichnung durch den Künstler bis hin zur fertigen Plastik vor.

Serra hat anfangs nur eine vage Vorstellung davon, wie die Plastik einmal aussehen könnte. Der erste Schritt für die Mitarbeiter der Dillinger Hütte ist zunächst eine mögliche Konstruktion und Entwicklung zu erarbeiten. Serra selbst liefert dazu nur wenige Angaben. Bei der begehbaren Plastik „Elbow Pipe“ war dies z.B. „möglichst groß“ oder „am Eingang stehend darf man den Ausgang nicht sehen“. Diese vagen Angaben sind dadurch begründet, dass die Konstrukteure und Physiker erst mittels aufwändiger Berechnungen feststellen müssen, ob die Plastik überhaupt bzgl. Material, Größe und Statik bestehen kann. Danach folgen Versuche im Maßstab 1:10 und schließlich der eigens für jede Plastik anzufertigende Werkzeugbau. Alleine die Werkzeugkonstruktion dauert mehrere Monate. Erst dann kann mit dem aufwändigen Herstellungsprozess der Plastik begonnen werden.

 

Jetzt ist „Elbow Pipe“ fast fertig, wiegt 50 Tonnen und ungezählte Arbeitsstunden sind vergangen. Sie wird nach Abnahme durch den Künstler oder seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter nach New York verschifft, aber damit hat die Dillinger Hütte nichts mehr zu tun. Aufträge wie dieser sind für „Selbstabholer“ konzipiert..!

 

Unser Dank gilt Patrick Regnery, Burkhard Boedefeld, Markus Koch und Stefan Waller für diesen interessanten Einblick in ihre beeindruckende Arbeit sowie dem Vorstandsvorsitzenden, Herrn Dr. Karlheinz Blessing, der diesen Besuch für die jungen Freunde ermöglichte!

Gruppenbild
Physiker Burkhard Boedefeld
Dillinger Hütte