21.05.2011 artus blickt...hinter die Kulissen

Am Samstag, dem 21. Mai 2011 besuchten die Jungen Freunde das Archäologische Depot und die Restaurierungswerkstätten des Landesdenkmalamtes und des Museums für Vor- und Frühgeschichte, welche sich seit 2008 im ehemaligen Bergwerk Reden befinden.

Begrüßt wurden wir von Depotleiter Alexander Domprobst, der uns zunächst über die Geschichte des Bergwerks informierte. Am 1. Juli 1846 wurde der Stollen Reden angeschlagen, nach weiteren Baumaßnahmen im Übertagebereich wurde Reden 1850 eigenständige Grube und erhielt den Namen des ehemaligen preußischen Staatsministers Friedrich Wilhelm Graf von Reden.

Nach Übernahme der Saargruben durch das Deutsche Reich im März 1935 und dem Besuch des Reichsministers Hermann Göring am 11. November 1935 wurde Reden zur Musteranlage ausgebaut. Göring stiftete auch die vor dem Haupteingang aufgestellte Skulptur des Bergmannes. Seit 1. Januar 1996 ist die Grube geschlossen, das Landesdenkmalamt und das archäologische Depot sind dort seit 2008 befindlich.

Im Anschluss gewährte uns Dipl.Restauratorin Nicole Kasparek Einblicke in ihre Arbeit und laufende Projekte. Alle Funde, die in saarländischem Boden gefunden werden, ob bei gezielten Ausgrabungen oder als Zufallsfunde bei Bauarbeiten, kommen zunächst in ihre Werkstatt, werden gewaschen, vermessen, in mühevoller Detailarbeit ergänzt und finden danach ihren Platz im Depot. Frau Kasparek zeigte uns u.a. einige Keramikfragmente, Objekte aus einem Kindergrab bei Siersburg sowie Teile eines Mosaiks. All die unterschiedlichen Funde bergen eine Geschichte, die die Restauratoren mit ihrer Arbeit wieder zum Leben erwecken und uns Staunen ließen. Darüber hinaus sahen wir die Entsalzungsanlage, die alle Metall-Objekte durchlaufen, um sie vor weiterem Verfall zu schützen sowie in Gips gegossenes Erdreich von Ausgrabungen, welches en Block geborgen wird, um fragile Materialien vor Ort nicht zu zerstören.

Wenn die umfangreichen restauratorischen Maßnahmen abgeschlossen sind, gelangen die Objekte ins Depot von Alexander Domprobst, welches nach Fundstellen und Jahren geordnet ist, und uns sowohl in seiner Dimension als auch durch seine Struktur beeindruckte. Auf unserem Rundgang begleitete uns auch Dr. Franz-Josef Schumacher vom Museum für Vor- und Frühgeschichte, der die archäologischen Funde schließlich im musealen Rahmen präsentiert.

Spannender kann Geschichte nicht sein! Unser herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die uns Einblicke in ihre interessante Arbeit gewährten!

Skulptur eines Bergmannes vor dem Haupteingang des Bergwerks Reden
Nicole Kasparek zeigte Funde aus dem Bereich der Gefäßkeramik
Rekonstruktion eines Armbandes
Dr. Franz-Josef Schumacher und Teilnehmer
Blick ins Archäologische Depot
Alexander Domprobst erklärte das Modell eines Hügelgrabes im Depot